Die Farbe Purpur
Ein faszinierende Farbe mit einer langen Geschichte und Tradition. Der ursprüngliche Purpur-Farbstoff gehört zu den teuersten aller Farbstoffe, das liegt daran, das er damals aus verschiedenen, speziellen “Purpur”-Schneckenarten ( lat. purpuridae) gewonnen wurde. Man kann sich sicher leicht vorstellen, wieviele Tausende Schnecken getötet werden mussten um ein wenig des wertvollen Stoffes zu gewinnen. Auf Grund seiner extremen Kostspieligkeit ein idealer Farbstoff für Könige und Kaiser (später auch kirchlicher Würdenträger).
Besonders interessant ist, das es für Purpur eigentlich keinen genau definierten Farbton gibt. Das liegt begründet in der Geschichte der Gewinnung des Farbstoffs. Je nachdem welche Schneckenarten zur Gewinnung genutzt wurden, wieviel des Stoffs zur Einfärbung verwendet wurde und wie lange dieser Vorgang lief, erhielt man Farben von grün, altrosa, tiefes rot über blau, violett bis hin zu fast Schwarz. Diese “Verwirrung” existiert auch heute noch. Für die meisten ist Purpur schlichtweg Violett, für andere wiederum eine Art Rot-Blau das eher einem Lila gleicht, wohin früher purpur eher Richtung Rot ging.
Am einfachsten sieht man die allgemeine Uneinigkeit, wenn man sich einmal die Übersetzung des englischen Begriffes “purple” anschaut, von purpur über violett bis lila sind dort einige Farben angegeben.
Für die Kirche ist Purpur, historisch gesehen, ganz klar ein kräftiger Rotton, der auf das Blut der Märtyrer verweist. Noch heute tragen Kardinäle purpurfarbende Gewänder, um zu signalisieren, das sie jederzeit bereits sind, für die Kirchen den Märtyrertod zu sterben, wobei die Farbe der Gewänder für die meisten eher ein Scharlachrot darstellt. Zusätzlich dient der “Purpurne Mantel” als Symbol für Jesus Christus, dem ein purpurner Mantel von Pontius Pilatus umgelegt wurde (Matth. 27/28). Für die Allgemeinheit würde als Purpur eher die lila/violetten Gewänder der Bischöfe durchgehen, wobei diese vom Rang her unter den Kardinälen stehen (bis auf dem “Bischof von Rom” = Der Papst).